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  The Book of Eli

USA 2009
Regie: Albert & Allen Hughes
Mit: Denzel Washington, Gary Oldman, Mila Kunis, Jennifer Beals, Ray Stevenson, Tom Waits
Verleih: Tobis
Länge: 118 Minuten
FSK: ab 16
 
     
 
 
     
 

Nach einer durch Krieg ausgelösten nuklearen Katastrophe ist Amerika verwaist und verwüstet. Seit 30 Jahren streift Eli durch ein Land, in dem es nur noch wenige Tiere und Pflanzen gibt. Er verwahrt und beschützt ein Buch, das Hoffnung für den Wiederaufbau der Zivilisation geben, aber auch zur Manipulation der wenigen überlebenden Menschen missbraucht werden kann. Genau zu diesem Zweck sucht es der machthungrige, skrupellose Carnegie, der mit seiner Bande von Halsabschneidern zum größten Gegner von Eli werden wird. Acht Jahre nach "From Hell" kehren Allen & Albert Hughes mit einem düsteren Endzeitactionabenteuer zur Hölle auf Erden zurück. Nur vier Kinofilme und eine Dokumentation haben die Regiezwillinge in 16 Karrierejahren inszeniert, gehören damit zu den selektiveren Filmemachern, deren Projekte besonders im Fokus stehen. Ihr aktuelles ist eine Überraschung, gerade weil es auf vertrautem Territorum eigenes Profil zeigen will, was ihm visuell, mit konsequentem Gestaltungswillen, auch gelingt. Von Beginn an demonstriert der Film, dass er auf sensible Zuschauerseelen keine Rücksicht zu nehmen gedenkt. Asche regnet vom Himmel auf eine verwesende Leiche, während ein vermummter Mann mit Gasmaske einen kleinen Vierbeiner erlegt. Vielleicht ein Hund, vielleicht aber auch eine Mutation, so genau lässt sich das 2044, viele Jahre nach einer durch Krieg ausgelösten Nuklearkatastrophe, nicht sagen. Seit 30 Jahren wandert Eli, nicht zufällig nach dem alttestamentarischen Propheten benannt, durch ein verwaistes, völlig verwüstetes Amerika. Der Mann hat eine Mission, sucht den Ort, wo sein größter, ständig mitgeführter Schatz zur spirituellen Keimzelle eines Neuanfangs werden könnte. Worum es sich bei Elis Buch handelt, dafür braucht man keinen Propheten. Dennoch hat das Drehbuch des Game-Journalisten und Comic-Book-Autors Gary Whitta eine kleine Überraschung parat, die für Elis Antagonisten unangenehm werden wird. Carnegie (Gary Oldman) ist einer dieser, von Totschlägern umgebenen Despoten, die man aus vielen Western und postapokalyptischen Spektakeln kennt. Nicht ohne Witz, aber skrupellos und von gefährlichen Machtphantasien angetrieben. Carnegie will sein Territorium erweitern, glaubt, dass die Kraft der Worte die der Gewalt übertrifft und braucht deshalb das Buch, von dem Eli sich nicht trennen wird. Auf dem Weg nach Westen, von Carnegies Männern verfolgt, bekommt Eli Gesellschaft in Gestalt der hübschen und kampflustigen Solara (Mila Kunis), die am Ende, mit Elis Klinge bewaffnet, die Saat für ein mögliches Sequel sät. Auf den Spuren von "Mad Max", "Postman" oder "I am Legend" betritt "The Book of Eli" erzählerisch kein Neuland. Doch seine Härte, die nie spekulativ, sondern pragmatisch ist, überzeugt in mehreren großen Actionsequenzen, in denen Eli seine Gegner mit Klinge und Pistole abstraft. Für dieses Genre angemessen mythisches Helden-Pathos umgibt Denzel Washington, der trotz konstant cooler Attitüde seine Figur menschlich erdet. Neben ihm hat der in New Mexiko gedrehte Film seine größten Stärken im optischen Gesamteindruck einer zerstörten Welt. Elegant und plastisch visualisierte, in den Farben reduzierte Tableaus von Düsternis und Einsamkeit. Abgestorbene entlaubte Bäume, plane, entlebte Landschaften, Ruinen von Atommeilern, die Unterschlupf bieten und San Francisco in Trümmern - neu geschrieben ist dieses Buch nicht, aber stark bebildert.

 
   
 
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